Warum machen wir das?

In den Jahren 2015 und 2016 kam es zu einer historisch hohen Flüchtlingszuwanderung nach Deutschland. Bis März 2018 wurden laut BAMF ca. 1,4 Millionen Asylanträge gestellt. Aufgrund der andauernden Krisen und der unsicheren Entwicklung in den Herkunftsländern ist davon auszugehen, dass viele der geflüchteten Menschen dauerhaft in Deutschland bleiben. Zuwanderung aus den verschiedensten Gründen bleibt auch zukünftig ein Thema. Etwa zwei Drittel der Geflüchteten verfügen nach dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) über einen Schulabschluss. Die berufliche Qualifikation wird allerdings als deutlich geringer eingeschätzt (IAB-Forum vom 24.08.2017). Die Teilhabe an der Gesellschaft erfolgt häufig über eine Berufstätigkeit. Mangelnde Deutschkenntnisse sowie fehlende Qualifikationen sind meist die größten Hürden bei der Integration in den Arbeitsmarkt.

Die (Aus-)Bildungssysteme in den Herkunftsländern sind mit denen in Deutschland nicht vergleichbar, viele Ausbildungsberufe – gerade im sozialpflegerischen Bereich – sind bei den Geflüchteten unbekannt. Andererseits verfügen internationale Fachkräfte häufig über einen Hochschulabschluss z. B. in der Pflege und das Berufsverständnis variiert von unserem.

Selbstverständlich kann eine berufliche Integration in die Sozial- und Gesundheitswirtschaft auch für weitere Personen ohne Migrationsbiografie Perspektiven bieten, z. B.  Quereinsteigende, die ihren ursprünglichen Beruf nicht mehr ausüben können oder wollen oder erstmalig einen Beruf erlernen möchten. Ein passender Einstieg und anschlussfähige Bildungsangebote  – diese Überlegungen betreffen alle Interessent*innen und Bewerber*innen. Die Initiative „Soziales integriert“ bündelt eine Vielzahl von solchen Praxis-Erfahrungen, benennt Chancen und Hürden gleichermaßen. 

Die Situation in den Arbeitsfeldern der Sozial- und Gesundheitswirtschaft ist geprägt von zunehmenden Fachkräftebedarf. Die Möglichkeiten der Beschäftigung insbesondere in der Pflege, auch in Erziehung und Heilerziehungspflege sind sehr gut und qualifizierte Personen treffen auf einen nachhaltigen Arbeitsmarkt.

In diesem Kontext bietet unsere LIGA-Initiative und die in ihr wirkenden engagierten Akteure einen Beitrag zur Gewinnung und Erhaltung von Fachkräften in den Arbeitsfeldern der Sozial- und Gesundheitswirtschaft an.

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