Teilzeit-Ausbildung ‚für alle‘

ab 01.01.2020

Seit dem 01.01.2020 steht diese Form der Ausbildung jedem offen. Im §7a des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) werden die Rahmenbedingungen dazu geregelt. Im 1. Abschnitt des Paragraphen heißt es: „Die Berufsausbildung kann in Teilzeit durchgeführt werden. Im Berufsausbildungsvertrag ist für die gesamte Ausbildungszeit oder für einen bestimmten Zeitraum der Berufsausbildung der Verkürzung der täglcihen oder der wöchentlichen Ausbildungszeit zu vereinbaren. Die Kürzung der täglichen oder der wöchentlichen Ausbildungszeit darf nicht mehr als 50 % betragen.“ Die Ausbildungszeit kann maximal auf das 1,5 fache ausgeweitet werden. So kann eine gewisse flexible und trotzdem überschaubare Ausbildungszeit angestrebt und erfolgreich abgeschlossen werden.

Es gibt gute Gründe, die eine Teilzeit-Ausbildung rechtfertigen, denn bisher sind nur rund 0,4 Prozent der abgeschlossenen Ausbildungsverträge als Teilzeit-Variante vereinbart worden. Das lag sicher auch daran, das eine Teilzeit-Ausbildung begründet werden musste. Jetzt genügt eine arbeitsvertragliche Regelung für die gesamte Dauer oder eben nur für einen Zeitraum innerhalb der Ausbildung, die jederzeit auch während der Ausbildung vereinbart werden kann.

Insbesondere für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bestehen dadurch bessere Chancen für den Erwerb einen Ausbildungsabschlusses. Laut dem Unternehmensprogramm und Netzwerk Erfolgsfaktor Familie, leben bei 73 Prozent der Erwerbstägigen Kinder im Haushalt. Insbesondere für Menschen mit Fluchthintergrund, die Ihre Sprachkompetenz weiter parallel aufbauen wollen und / oder Beruf und Familie vereinbaren müssen – auch hier ist die Teilzeit-Ausbildung eine echte Alternative.

Wir können gespannt sein, wie stark das Ausbildungsmodell in Teilzeit nachgefragt wird. Denn für die Sozial- und Gesundheitswirtschaft ist sie ein weiterer Mosaikstein zum Einstieg in den Beruf hier in die Ausbildung. 

Die LIGA-Initiative „Soziales integriert“